1949 - 1970

Jugendmannschaft 1952 hinten: Kurt Klauß, Manfred Bäz, Harald Leuther, K.Mehnert, Gerhard Hamann, mitte: Wilfried Rieprecht, Lothar Maylahn, Hans Müller vorn: Arno Holzweißig, Heinz Stietz
1952 - im Spiel gegen eine sowjetische Mannschaft des Standortes Leipzig
Jugendmannschaft 1965 hinten: Werner Bödemann, Frank Rabe, Günter Sack, Frank Pauli, Hans-Peter Krause, Stefan Gude, Klaus Trompter, ÜL Harald Leuther, vorn: Arndt Bödemann, Klaus Kreißler, Gerald Flor,
  • 1949 – 1970 Ende vom Großfeldhandball und der Beginn der ersten organisierten Schülermannschaften auf dem Kleinfeld

Nach der Gründung der DDR konnte der Trainings-und Spielbetrieb fortgesetzt werden. Die Punktspiele der Männer fanden nach wie vor auf dem Großfeld statt. Die Spielorte wurden teilweise mit dem Fahrrad, Traktor mit Anhänger oder im offenen LKW mit „Holzvergaser“ erreicht.  Autopannen unterschiedlicher Art waren nicht selten, so dass die Fahrten in die Spielorte oft Stunden dauerten. Staatliche finanzielle Zuwendungen waren beschränkt. Die Sektionen der BSG mussten sich selbst tragen. Sie erhielten von der BSG-Leitung die Auflage, jährlich zwei bis drei Tanzveranstaltungen durchzuführen, um mit den verbliebenen Einnahmen den Transport der Mannschaften, den Erwerb von Tornetzen und Bällen usw. zu finanzieren. Bei den Punktspielen auf dem Großfeld wurden durch den Kassierer die Eintrittsgelder eingeholt. Die angesetzten Schiedsrichter, oft in „Latzhose“ das Spiel leitend, spielten in jener Zeit, in der die Grundnahrungsmittel Mangelwaren waren, für Sieg oder Niederlage eine brisante Rolle. Als ein typisches Beispiel soll eine kleine Episode für viele stehen:

 

In einem entscheidenden Punktspiel gegen Krostitz bot die Glesiener Mannschaft dem Delitzscher Schiedsrichter für einen Sieg einen Korb Kartoffeln. Unverständnis und Entsetzen löste bei den Glesienern der Ausgang der Begegnung aus. Glesien verlor das sicher geglaubte Spiel. Am Ende stellte sich heraus, Krostitz hatte 2 Körbe Kartoffeln geboten.

 

Ob Sieg oder Niederlage, nach dem Spiel wurde oft Stunden im Vereinslokal Richter Billard gespielt, der Knobelbecher geschwungen oder Skat gedroschen. Der Gesang erfreute sich besonderer Beliebtheit. Der Liederschatz, von Volksliedern bis hin zu vulgären Weisen war unerschöpflich. Die Geselligkeit hatte das Primat. Zuhörer hielten uns oft als einen professionellen Männerchor.

In den Wintermonaten wurden die .Hallenkreismeisterschaften in einer Werkhalle des Leichtmetallwerkes Rackwitz ausgetragen. Neben der Frauen- und Männermannschaft bildete sich im Nachwuchsbereich eine Jugendmannschaft, die im Jahre 1947 durch den entscheidenden Sieg über Traktor Delitzsch den Kreismeistertitel errang. Die Basis des Handballvereins wurde immer breiter, so dass die Anforderungen an die Vorstandsmitglieder Franz Schumann und Gerhard Conrad stiegen. Zwischenzeitlich spielte die Männermannschaft in den Jahren 1949 – 1952 in der Landesliga Elbe/Mulde, in der Piesteritz, Reinsdorf, Appollensdorf, Roitzsch, Brehna, Bitterfeld, Holzweißig u. a. die Kontrahenten waren.

Der Handballsport verlagerte sich mehr und mehr vom Großfeld auf das Kleinfeld und in die Hallen. Ab 1968 gab es auf höchster Ebene keine Großfeldmeisterschaften mehr. Auf Kreisebene wurde bis 1970 Großfeldhandball gespielt. Die erste Kreis- Kinder- und Jugendspartakiade fand 1965 in Delitzsch statt, bei der der Glesiener Nachwuchs fordere Plätze belegte.