1929-1949

Die ersten Männermannschaft und damit die Gründer des Vereins von li.: Franz Schumann, Richard Schmeil, Artur Menzel, Paul Laue, Otto Richter, Oswald Wilde, Hermann Pfeil, Walter Stoye, Oswald Schneider, Albert Hesse, Walter Czekalla
1.Männermannschaft 1948 (von links) hinten: Kurt Deparade, Kurt Bittner, Walter Deparade, Ernst Sambale, Werner Flor, mitte: Rudi Quand, Heinz Vogt, Kurt Wilde, vorn: Artur Laue, Benno Parpart, Gerhard Conrad
Frauenmannschaft 1948 hinten: Gerda Pauli (Augustin), Hanni Deparade (Augustin), Ruth Laue (Melior), Ursula Flor (Baufeld), mitte: Irmgard Hoppe, Traude Küster, vorn: Frieda Bittner (Deparade), Ruth Thiemicke (Hocke), Gerda Ebert
  • Aus der Geschichte des Vereins 1929 – 1933

Die Gründerjahre Im Jahre 1907 begann mit der Gründung des Turnvereins das organisierte sportliche Leben in den Gemeinden Glesien, Ennewitz, Nockwitz und Schweiditz. Mit Sicherheit wurde auch schon vor 1900 Sport in den Ortsteilen betrieben. Der damalige Arbeiterturnverein bestand aus den Sportarten Turnen/Gymnastik und Saalradsport. Außerdem existierten die Ballspielarten Fußball und Raffball. Neben dem Arbeiterturnverein gab es den bürgerlichen Turnverein in Glesien. Aus der Sportart Raffball hervorgegangen, gründete man im Jahre 1929 in Glesien den ersten Handballverein. In der Gründungsversammlung wählte man aus ihrer Mitte Franz Schumann zum Vorsitzenden, der dieses Amt bis 1952 begleiten sollte. Gespielt wurde auf dem Großfeld neben der Schule. 

Während der Hitlerdiktatur von 1933 bis 1945 kam der Handballsport in Glesien zum Erliegen. Der Sportplatz wurde als Ackerland genutzt. Mit Beginn des Weltkrieges im Jahre 1939 wurden viele Spieler zur Wehrmacht gezogen, so dass das gesamte sportliche Leben vorerst ein Ende hatte. Der damalige Dorfschullehrer Wilhelm Laurich, der zwar bei seinen Schülern durch seine Strenge nicht der Beliebteste war, versuchte dennoch den Handballsport in Glesien zu erhalten. Viele der Gründer des Handballvereins, so die Sportfreunde Paul Laue, Richard Schmeil, Herrmann Pfeil,Walter Czekalla und Oswald Schneider wurden Opfer der Nazidiktatur und kehrten nach dem 2.Weltkrieg nicht wieder zurück.

  • Die Nachkriegsjahre 1945 –1949

Nach dem Ende des Krieges war es vor allem das Verdienst von Franz Schumann und Oswald Wilde, dass mit dem Handballsport in Glesien wieder begonnen wurde. In jener Zeit war es besonders schwierig, neue Sportfreunde zu gewinnen. Jerseys, Schuhe, Bälle und Tornetze mussten organisiert werden, waren Mangelware. Es war wie zu Zeiten der Naturalwirtschaft:

1 Sack Kartoffeln für einen Ball, 10 Säcke Zwiebeln = 1 Tornetz, usw...

1945 war es endlich soweit, mit dem Trainings- und Spielbetrieb zu beginnen. Ihr erstes Spiel bestritt die Männermannschaft gegen Schkeuditz, das deutlich verloren wurde. 1948 und später jüngere Spieler zum Handballsport. Der Generationswechsel vollzog sich ohne besondere Probleme. Im gleichen Zeitraum kam es, durch die Ehemänner angeregt, zur Bildung einer Frauenmannschaft.

Auf Grund von Unebenheiten und starkem Gefälle wurde der Sportplatz Ende der vierziger Jahre unter aufopferungsvoller körperlicher Arbeit ca. 1,50 m abgetragen und ausgeglichen. Außer kleinen Hunten (Karren) gab es bei der Abtragung riesiger Erdmassen keinerlei Technik. Schaufel, Spitzhacke und Spaten waren die Arbeitsgeräte.